„Der Feind kommt in der Nacht“, bin ich versucht zu sagen. Ein plötzliches großes Erwachen…!
Jetzt erst mal ein Hallo, hier bin ich wieder,
Thomas Schlegel,
Ihr Coach und Lebensberater fürs Extreme
Der „Hinauswurf aus dem Paradies“ einer anfänglichen glücklichen Beziehung ereilt fast jedes Paar unweigerlich. Spätestens mit 40 oder 50 wirft es uns aus der Kurve.
Beruf oder Hausbau und Kindererziehung lenken die Aufmerksamkeit des Paares zunächst um und binden ihre Kräfte. Alle Aufmerksam fließt in das Gemeinsame, das WIR. Das ICH eines jeden wird zurückgestellt.
Dann wird es später paradox: Haus fertig – aber die Beziehung geht auseinander.
Haben wir früher als Verliebte noch nächtelang angeregt miteinander durchgeredet, uns kennengelernt, sprechen wir heut weniger als 3 Minuten am Tag über Persönliches, so die Statistik. Aller anderer Austausch ist, wie wir den Tag organisieren müssen mit Haushalt, Kinder, Arbeitszeiten usw.
In diesem Prozess verkümmert meist einer der beiden Partner. „Ich fühle mich wie tot“.
Ich spreche in meiner Praxis dann von einem „drohenden Ich-Kollaps“. Mann oder Frau „versingelt innerhalb einer Partnerschaft“. Und er oder sie findet da nicht mehr heraus.
Wir Menschen sind seltsam. Wir ändern an unserer Situation nichts. Erst wenn wir mit dem Rücken an der Wand stehen. Ein Gleichnis sagt auch: „Der Krug geht solange zum Wasser, bis er bricht.“ Wir treiben`s immer bis an die Spitze.
Die Frau oder der Mann hatte in dieser Zeit oft seine Unzufriedenheit geäußert, geklagt und irgendwann dann Warnungen ausgesprochen. „Herr Schlegel, meine Frau hat mir nicht nur Worte und Zeichen ihres Unmutes gegeben, sie hat ganze Straßenschilder aufgestellt. Aber ich habe es nicht ernst genommen.“
Eine Beziehung, noch dazu mit Ehering, scheint von Natur aus unauflöslich zu gelten. Man nimmt die Klagen nicht ernst. „Nie hätte ich gedacht, dass sie wirklich geht.“
Und dieser feste Glaube ließ ihn untätig bleiben. „Ihr habt Augen, und sehet nicht, und habt Ohren, und höret nicht, und denket nicht daran.“ (Markus 8.18)
So kommt es zum „Bruch“: Einer von beiden sagt nun: „Ich denke an Trennung!“
Das Unmögliche ist ausgesprochen, wird nun möglich.
Michelangelo Sündenfall - Wikipedia
Einen biblischen Vergleich mit dem Paradies heranzuziehen, ist nicht überzogen: Die Metapher ist einfach super passend dazu: Nachdem Frau und Mann den Apfel gegessen hatten: „Da wurden ihrer beiden Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren“ (1. Mose Kapitel 3, 7).
„Hallo!“, denke ich, sie waren doch immer schon nackt! Und erst jetzt bemerken sie es? Jetzt sehen sie erst, wie ernst es um ihre Beziehung steht?
„Da wies ihn Gott der Herr aus dem Garten Eden, dass er das Feld baute, davon er genommen ist“ (1. Mose 3, 23). Frau und Mann haben vom Baum der Erkenntnis gegessen.
Sie haben „Erkenntnis“ gegessen, sie werden erstmals sehend. Erst dann erkennen sie die gefährliche Ausgesetztheit ihrer in die Gewöhnung geratene Partnerschaft. Und ihnen wird das Paradies gewahr, in dem sie vorher wie selbstverständlich lebten und nun verloren haben.
Dieser Hinauswurf aus dem Paradies einer bisherigen Heimat ist ein Schock, ein Bruch im Leben, der alles verändert.
…und irgendwann dann doch heilsam wird. Er öffnet die Augen und führt zu einem Selbstbestimmten Leben: Ich muss mich nicht mehr verbiegen, oder über mich bestimmen lassen. Ich lebe nicht mehr einfach stumpf in der Gewöhnung dahin. Adam und Eva emanzipieren sich von Gott. Haben begonnen, einen eigenen Willen zu bekommen, selbst zu denken.
Vorgegebenes wird nicht mehr akzeptiert.
Nichts ist mehr wie vorher.
Die Tür zur gemeinsamen Vergangenheit ist geschlossen. Ein Leben ohne den anderen wird angedroht. Der Mann schläft nun auf dem Sofa im Wohnzimmer oder im Hobbykeller. Sprachlosigkeit und Hilflosigkeit trifft beide. Es wird gefährlich für die Beziehung. Ein schwerer Weg in die Reife Beziehung steht bevor.
Worst Case: Der Mann verlässt seine Frau, oder umgekehrt. Auch selbst seine oder ihre Kinder, und das ist ungeheuerlich, vermögen es nicht, ihn oder sie zurückzuhalten! Daran sieht man, welch ungeheure Bedeutung auch unser eigenes ICH hat und nicht nur ein WIR. Er oder Sie zieht in eine andere Stadt oder gleich nach Italien oder Norwegen, und macht einen Neustart in seinem und ihrem Leben.
Nochmals:
Bevor das eigene Ich völlig verkümmert und stirbt, erwacht es. Nach fünf oder 10 Jahren. Ich habe in meiner Praxis erlebt, das bis dahin sogar 20 Jahre vergangen sein können. Wie ein Feind, der über Nacht kommt und sagt zu Dir: „Was machst Du eigentlich die ganzen letzten Jahre?! Du kennst Dich ja gar nicht mehr selbst.“
Und eine Lawine der Erkenntnis und Gefühle setzt sich in gewaltig Bewegung:
Eine „ICH-Explosion“ startet durch, den das „WIR“, die Beziehung, oft nicht überlebt.
Das wars dann ein für alle Mal mit uns im Paradies. Ab jetzt sind wir auf der Erde, dem Boden der Tatsachen.
Die Tafel - Skizzen in meiner Paar-Beratung
Warum Aufopferung für Andere Dein Ich und euer Wir untergehen lässt
Entwicklung Deiner ICH-Linie und WIR-Linie
in Eurer Beziehung
Musik berührt unsere Seelen: „Stufenlieder“ – inspiriert von Hermann Hesse:
Lieder für besondere Lebensphasen
PeWerner Kribbeln im Bauch
„Dieses Gribbeln im Bauch, das man nie mehr vergisst, als ob da im Magen der Teufel los ist. Dieses Gribbeln im Bauch kennst Du doch auch, wenn man glaubt, überschäumen vor Glück
…..die Zeit hat uns die Leidenschaft abgewöhnt wir haben es durchgehen lassen“
Lea – 110 Wenn wir uns doch lieben…!
„Wenn wir uns doch lieben, warum tun wir uns weh. Ich weiß, ich habs übertrieben, doch will nicht, dass Du gehst. Du schreist mich an und ich geb dir die Schuld, und der Nachbar von oben wählt 110…“