Beziehung und Dramatik: „Wenn Du mich verlässt, darf ich dann mitkommen?“

Wenn Du mich verlässt, darf ich dann mitkommen?

Dieser Satz hat mich umgehauen. Wau!
Ich las ihn auf einer Postkarte in Nördlingen.
Hat mich tief bewegt, getroffen. Ich hätte gleich mitweinen können.
Wie traurig klingt das. Wie herzzerreißend.

„Wir sind Menschen“, spürte ich in mir, „…wir sind oft Mensch-leins“, oft klein, verlassen, tief verletzt, voll Liebe.

Jetzt erst mal ein Hallo, hier bin ich wieder,
Thomas Schlegel,
Ihr Coach und Lebensberater fürs Extreme

Thomas Schlegel

Ich sehe meiner Beratungspraxis täglich in große nasse Augen, die das Unfassbare einer Trennung nicht fassen können.

„Wenn Du mich verlässt, darf ich dann mitkommen?“
„Es wird nicht möglich sein, dass Du mitkommst. Wir trennen uns ja. Was willst Du noch bei mir, wir verstehen uns doch nicht mehr. Wie soll das dann gehen?“

In diesem Satz ist die ganze Welt. Der Sinn und Irrsinn unseres ganzen Lebens.
Zu leben, und dennoch Trennungen zu erfahren

Nahaufnahme der tränenerfüllten Augen eines Mannes, in deren Spiegelung die Silhouette einer weggehenden Frau zu erkennen ist.

„Was soll das? Wie unnütz ist das Ganze. Wie blöd. Ich versteh das Alles nicht mehr. Darf ich aber trotzdem mit Dir mitkommen?“

Hier erkennt man wieder neu: Es geht im Leben nicht um Arbeit und Erfolg und Funktionieren. Es geht um dich als Mensch und um die Menschen, die Dich begleiten. Um beider Glückseligkeit in der Partnerschaft, die eigene Hand in der Hand eines anderen Menschen halten zu können

Für den der geht:

Eine Trennung ist schlimm.
Seien sie deshalb von Beginn an sorgsam mit Ihrem Partner! Vergessen Sie nicht, wie sind Menschen mit einem Herz und zerbrechliche Wesen.

In dieser Situation erleben wir Verlassenheit, sind panisch, schmerzend, einsam, unendlich traurig.
Selbst Sie. Selbst der, der geht.

Gehen sie sehr sorgsam mit dem verlassenen Partner um. Ein Rosenkrieg geht gar nicht! Reißen sie sich zusammen. Seien sie fair!!!
Handeln sie erwachsen und menschlich in der Zeit der Trennung.

Bedenken Sie: Sie haben mit die wichtigsten Jahre Ihres Lebens mit diesem Partner oder Partnerin verbracht. Sie sind durch ihren Partner zu einem großen Teil zum dem geworden, der Sie heute seid. Und das auch ganz viel im Guten.
Sie oder Er wird in Zukunft immer einen anderen Stellenwert haben, bedeutender, als neue Freundin oder Freund. Deshalb gibt es den Titel „EX“. Es wird ein Ehrentitel, wenn man eine Trennung fair und ordentlich hinbekommt, Unternehmen Sie diese Würdigung für den Anderen, und danken sie.

Für den der geht:

Und Ich?
Klar. Ich werde überleben.
Werde Monate lang ein Häufchen Elend sein und kein Licht am Ende des Tunnels sehen.

Bis mich die Einsamkeit nicht mehr erdrückt.
Werde wieder leben und stärker denn je sein (sagt man ja).
Es wird wichtig werden, sagen ältere Menschen, die Einsamkeit einmal im Leben gründlich kennenzulernen. Auch wenn ich es auf keinen Fall möchte. Ich will nicht allein sein. Dazu bin ich gar nicht der Typ.

Lass mich weinen,
lass mich traurig sein,
elendig Dich lieben.

Lass mich nun in Ruhe.

Ich werde es traurig überleben.
Und bei mir selbst ankommen – wie noch nie!

Die Tafel - Skizzen in meiner Paar-Beratung

Wie Dein Ich trotz einem starken Wir nicht abstürzt.
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Entwicklung Deiner ICH-Linie und WIR-Linie in Eurer Beziehung

Ergänzende Erklärung:
Eine junge Bäuerin fragte ihre Mutter: „Ich heirate bald. Wie soll ich mich als Ehefrau verhalten?“ Die Mutter antwortete: „Du hälst das Maul. Du heiratest in einen Hof!“
Bäuerin und Bauer saßen nun, beide beinahe schon im Alter von 70 Jahres in meiner Praxis und haben sich fast umgebracht.
Sie hat Ihr Leben lang den Rat der Mutter befolgt. Hier sind somit beide Lebens-Ichs`s untergegangen.

In einem anderen Fall, siehe Tafel oben, geht nach einiger Zeit ein Partner – siehe rote Linie – ,denn er hat sein ICH nicht verloren, konnte sein Leben und sein ICH immer durchsetzen. Er oder Sie hatte genug davon, dass seine Frau/ihr Mann vollkommen im WIR aufging, und sich um ihr/sein eigenes Leben nicht kümmerte, nicht einbrachte. So hatte er/sie niemandem, an dem er sich reiben konnte, der ihn/sie bei Zeiten korrigieren konnte, wenn er/sie falsch lag, niemanden, der ihm/ihr richtig bestand. Im Grunde war die andere Person nicht da, denn sie ging völlig im Anderen auf.

Siehe auch Podcast: Die „Ganze Fülle Deines Lebens“

Musik berührt unsere Seelen: „Stufenlieder“ – inspiriert von Hermann Hesse:

Lieder für besondere Lebensphasen

Wir sind in unserem Leben immer mal brutalen Veränderungen ausgesetzt. Das Gedicht von Hermann Hesse, das mich schon ein Leben lang begleitet, erklärte mir immer wieder, warum dies so ist:

Hermann Hesse - Stufen
„Wie jede Blüte welkt und jede Jugend dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe, blüht jede Weisheit und auch jede Tugend zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe, bereit zum Abschied sein und Neubeginne, um sich in Tapferkeit und ohne Trauern in andere, neue Bindungen zu geben…
Wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde.“


Jupiter Jones - Still
„So still, dass jeder von uns wusste, das hier ist für immer und ein Leben.
So still, dass jeder von uns wusste, dafür gibt es kein Wort, das jemals das Gefühl beschreiben kann…
So still und so verloren gingst du fort Ich hab so viel gehört und doch kams niemals bei mir an Das ist der Grund, warum ich nachts nicht schlafen kann…“


Andreas Bourani Auf anderen Wegen
„Mein Herz schlägt schneller, als Deins, sie schlagen nicht mehr, wie eins. Wir leuchten heller, allein, vielleicht muss es so sein…“

Vicky Leandros - Ich liebe das Leben
Befreiungsschlag

„Dein Koffer wartet schon im Flur, Du lässt mich allein.
Wir sehn uns an und fühlen nur, das muss wohl so sein.
Noch stehst du zögernd in der Tür, und fragst, was wird aus Dir?
Nein, sorg Dich nicht um mich, Du weißt ich liebe das Leben.
Und weine ich manchmal noch um Dich, das geht vorüber sicherlich.
Was kann mir schon geschehn, glaub mir, ich liebe das Leben das Karussell wird sich weiterdrehn, auch wenn wir auseinander gehen.“